BPJ - a Great Place to Work
BPJ Arbeitsplatzkultur
Innovationskultur
BeWo Plus Jugendhilfe - Mehr als ein Jugendhilfeträger
Innovationsverständnis & Kultur
Innovation ist eine Haltung, die Beiträge ernst nimmt und Neues zum Wohle der Menschen entstehen lassen möchte. Selbst wenn eine Idee nicht weiterverfolgt wird, bleibt die Erfahrung wertvoll und sichtbar anerkannt. Damit bleibt Innovation immer verbunden mit Beziehung und Vertrauen.
Organische Entwicklung mit inneren Kräften
So wie wir den persönlichen Entwicklungsprozess als stetig im Wandel verstehen, begreifen wir auch die organisationale Entwicklung als einen fortlaufenden, dynamischen Prozess gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden.
Alle Ideen, Verbesserungsvorschläge und Innovationen innerhalb der BeWo Plus Jugendhilfe entstehen aus Gesprächen, intern wie extern. Die Konstellationen dieser Gespräche sind dabei vielfältig und bunt. Viele der dabei entwickelten Vorschläge wurden bereits erfolgreich in die Organisation integriert oder befinden sich aktuell in der Umsetzung.
Prozess der Ideenentwicklung
- Neue Impulse werden umfassend in Teams diskutiert
- Kritische Auseinandersetzung und Überprüfung
- Regelmäßige Reflexionen im Prozess
- Transparente Kommunikation bei Projektabbrüchen
- Würdigung der gemachten Arbeit
- Wiederverwertung von Inhalten zu späteren Zeitpunkten
Wichtig ist hierbei immer, dass das Team hinter neuen Ideen und Innovationen steht, diese mittragen möchte und sich damit identifizieren kann. Somit gelingt es uns, die Energie und Motivation der Mitwirkenden hochzuhalten.
Überblick Innovationsprojekte
Unsere Innovationskultur ist zu einem noch prägnanteren Element unserer Unternehmenskultur geworden. Auch unsere strategische Ausrichtung ist eng mit innovativen Großprojekten verknüpft.
Erfolgreich abgeschlossene Projekte (Routinebetrieb)
Intranet für Mitarbeitende
Aufbau (2021-2022) und kontinuierliche Weiterentwicklung
Website www.bpj.koeln
Aufbau (2021-2022) und Weiterentwicklung des Webauftritts
Digitales Prozessmanagement BIC
Einführung eines digitalen betrieblichen Prozessmanagements (2022-2023)
Professionelle Öffentlichkeitsarbeit
Aufbau inkl. Social Media in Kooperation mit externer Marketingagentur (2023)
BPJ Newsticker
Monatlich erscheinende interne Kommunikation (seit 2023)
Website-Chatbot
Implementierung auf der Unternehmenswebsite (2023)
Pool Modell
Konzeption eines neuen Leistungsangebots (2023)
BPJ.Campus 1.0
Entwicklung der unternehmenseigenen Lernplattform (2023-2024)
Onboarding-Prozess
Überarbeitung des Einstellungs- und Onboarding-Prozesses (2024)
Sharepoint Neustrukturierung
Komplette Überarbeitung der internen Datenablage (2024)
Aktuelle und neue Projekte (2025)
BPJ.Campus 2.0
Weiterentwicklung und Neuausrichtung der Lernplattform
Praxispartnerschaft iba
Kooperation mit der Internationalen Berufsakademie
Onlineshop Therapiebedarf
Übernahme und Weiterentwicklung - neuer Geschäftszweig
Künstliche Intelligenz
Einsatz von KI in Text, Bild und BPJ.Campus
Uni Köln Leitfäden
Nutzbarmachung von Leitfäden aus dem Lehrstuhl Humanwissenschaften
Einsatz von Künstlicher Intelligenz
Zukunftsfähigkeit bedeutet auch, sich technisch zukunftsfähig aufstellen. Das umfasst moderne Tools wie auch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, die sich rasant weiterentwickelt.
In der Arbeit unserer Fachkräfte mit Kindern, Jugendlichen und Familien (Schulbegleitung und Familienhilfe) kommt keine Künstliche Intelligenz zum Einsatz. Personenbezogene Daten werden streng geschützt.
1. Interner Einsatz von KI
Intern nutzen wir KI als Hilfestellung für Formulierungen, Textformate, für grafische Aufarbeitungen und Videos. Neben dem BPJ.Campus betrifft das in erster Linie die Redaktion.
Unsere KI-Leitlinien:
- Wir nutzen keine personenbezogenen oder sensiblen Daten in KI-Tools
- Wir prüfen KI-gestützte Inhalte sorgfältig vor Verwendung/Veröffentlichung
- Wir machen den Einsatz von KI transparent
- KI wirkt als Hilfsmittel, nicht als Ersatz für Menschen
- Weiterbildungsmöglichkeiten für alle Mitarbeitenden
- Fokus auf Ethik, Recht und Datenschutz
2. KI im Alltag von Kindern und Jugendlichen
Künstliche Intelligenz spielt im Alltag von Kindern und Jugendlichen eine zunehmend zentrale Rolle. Sie begegnen KI täglich in den sozialen Netzwerken, in Spielen, durch personalisierte Werbung oder in Form von digitalen Assistenten.
Herausforderungen und Risiken:
- Empfehlungsalgorithmen verstärken Filterblasen
- KI-gesteuerte Filter und Schönheitsideale erzeugen enormen Druck
- Deepfakes als Bedrohung (Cybermobbing, sexuelle Belästigung)
- Radikalisierungstendenzen durch verzerrte Weltbilder
- Schwer nachweisbare, manipulierte Inhalte
Damit Kinder ein Bewusstsein für den Umgang mit KI entwickeln, ist es unabdingbar, dass die Erwachsenen, die sie begleiten, dieses Bewusstsein ebenso haben. Deshalb werden Fortbildungsmöglichkeiten angeboten und mit jedem Newsticker aktuelle Links aus dem Bereich versendet.
Unser Ziel
Wir möchten junge Menschen dazu befähigen, sich selbstbestimmt und kompetent in einer zunehmend digital geprägten Welt zu bewegen und dabei sich selbst und andere zu schützen.
Onlineshop für Therapiebedarf
2025 bekamen wir die Anfrage, ob wir einen seit vielen Jahren etablierten Laden mit Online-Shop für Therapiebedarf übernehmen möchten. Eine tiefgreifende Entscheidung, da dies für uns das Erschließen eines komplett neues Geschäftsfeldes bedeutet.
Synergien und Potenziale
- Hochwertige Therapiematerialien für Kinder, Jugendliche und Familien
- Viele Eigenentwicklungen und Lizenzprodukte
- Fachliche Kompetenz durch viele Berater*innen und Therapeut*innen im Team
- Beraterische/therapeutische Ausbildung im Leitungsteam und Team Entwicklung
- Potenzial für BPJ.Campus Integration
- Überschneidende und erweiternde Zielgruppen
Entscheidungsprozess
Um uns einer Entscheidung anzunähern, bedurfte es zunächst umfassender Information. Die Option wurde im Leitungsteam lange diskutiert und abgewogen. In den weiteren Teams wurden potenzielle Mitstreiter*innen gesucht und schnell gefunden.
Gemeinsamer Besuch als Wendepunkt
Eine Gruppe von sieben Mitarbeitenden aus unterschiedlichen Bereichen besuchte das Ladenlokal in Köln. Es war ein sehr beflügelnder Besuch für alle, und innere Bilder und Ideen konkretisierten sich. Bemerkenswert war die entstandene Energie durch das gemeinsame Erleben.
Wirtschaftliche Analyse
Natürlich durfte der wirtschaftliche Aspekt nicht ausgeblendet werden. Im Rahmen der wirtschaftlichen Überprüfung kristallisierte sich schnell heraus, dass das Ladenlokal aufgrund von Miete und Personalkosten nicht wirtschaftlich ist.
Ergebnis der Analyse:
- Ladenlokal wirtschaftlich nicht tragfähig
- Externes E-Commerce Expertenwissen eingeholt
- Onlineshop auf Wirtschaftlichkeit und Potenzial analysiert
- Entscheidung für Onlineshop-Übernahme getroffen
- Internes Team für Projekt gefunden
Auf Basis dieser intensiven Auseinandersetzung und aufgrund der großen internen Bereitschaft und Begeisterung wurde die Entscheidung für die Erschließung dieses Geschäftsfeldes getroffen. Zum aktuellen Zeitpunkt (07/25) ist der Startpunkt des Projektes noch nicht klar definiert.
Rolle der Mitarbeitenden
Ein tragendes Prinzip unserer Arbeit ist der Anspruch einer Beteiligung aller Mitarbeitenden an zentralen Entwicklungsprozessen. Dieses Prinzip leben wir bewusst auf allen Ebenen: Das Einbringen von Ideen wird aktiv eingefordert.
Beispiel aus der Praxis
Erst vor wenigen Monaten meldeten sich zwei Schulbegleitende, die gemeinsam an einer Schule arbeiten, bei unserem Geschäftsführer, weil sie ein potenziell neues Geschäftsfeld identifiziert hatten. Es wurde ein Gesprächstermin mit mehreren Beteiligten aus dem Leitungsteam vereinbart.
Strukturwandel durch Wachstum
Eine Entwicklung, die wir im Rahmen unseres Wachstums feststellen können, ist, dass langjährige Mitarbeitende weiterhin gerne direkt die Geschäftsführung oder Leitung ansprechen – was auch sehr willkommen ist.
Zwei Kommunikationswege:
- Langjährige Mitarbeitende: Direkter Kontakt zur Geschäftsführung/Leitung
- Neue Mitarbeitende: Team Entwicklung als erste Anlaufstelle
- Niedrige Hemmschwelle durch Fotos und persönliche Vorstellung
- Online-Vorstellung im Onboarding-Prozess
- Fotos in E-Mail-Signatur für Wiedererkennung
Durch die Etablierung des Team Entwicklung und durch die Professionalisierung unserer Onboarding- und HR-Prozesse ist für neuere Mitarbeitende das Team Entwicklung erste Anlaufstelle für alle Fragen, die nicht ihre Arbeit mit dem Kind betreffen.
Wir garantieren damit, dass alle Ideen von den Mitarbeitenden gehört und geprüft werden. Hierzu laden wir auch explizit regelmäßig ein - sei es im Newsticker, in Mailings oder Meetings. Elementar dafür ist unsere Feedbackkultur und die Kultur des Zuhörens.
Feedback & Dialog als Innovationsquelle
Unser Arbeitsfeld erfordert beständiges Zuhören. Die Fähigkeit zuzuhören ist der transformierende Faktor in der Arbeit mit Menschen. Denn Veränderung entsteht im ersten Schritt durch Wahrnehmung.
Aktives Zuhören als Basis
Das aktive Zuhören ist die Basis für das Herstellen einer gemeinsamen Wirklichkeit in Gesprächen. Diese gemeinsame Wirklichkeit ist der Ausgangspunkt eines jeden Beratungsprozesses oder Gespräches.
Aktiv ist das Zuhören deswegen, weil nicht nur gehört, sondern auch nachgefragt wird, ob das Gehörte auch richtig verstanden wurde. Für Veränderungsprozesse ist das Verstandenwerden oder das gegenseitige Verstehen der entscheidende Faktor.
Strukturierte Feedbackkanäle
Wir leben durch strukturierte Feedbackkanäle eine umfangreiche Befragungskultur. Dazu nutzen wir v.a. das Tool SurveyMonkey. Unsere Umfragen sind ein Beispiel für eine formelle Form des Zuhörens und der Beteiligung an der Organisationsentwicklung.
Qualitätssicherung
z.B. Nutzung von Kleinteam & Supervision
Formatwünsche
für Veranstaltungen und Weiterbildungen
Feedback zu Weiterbildungen
Kontinuierliche Verbesserung der Angebote
Interesse an Benefits
wie Urban Sports Club
Fachkräfte-Feedback
an Koordination oder Verwaltung
Lehrkraft-Feedback
zur Arbeit unserer Fachkräfte
Eltern-Feedback
zur Arbeit unserer Fachkräfte
Die Ergebnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung unserer Angebote ein, z.B. zur Anpassung von Veranstaltungsformaten oder Teamstrukturen.
Klare Ansprechstrukturen
Im Onboarding wird erklärt:
- Koordination: Für die eigene Hilfe/Fall - kennt alle involvierten Akteur*innen
- Verwaltung: Arbeitsverträge, Fachleistungsstunden, personalrechtliche Belange
- Team Entwicklung: Fort-/Weiterbildung, Onboarding, Veranstaltungen, neue Ideen
- Vertrauenspersonen: Vertrauliche Beziehungen und Weiterleitung möglich
Konkrete Innovationsbeispiele
Hier zeigen wir drei konkrete Beispiele, wie interne Prozessoptimierungen und Innovationen entstehen und umgesetzt werden.
Beispiel 1: Onboarding-Präsentation
Problemstellung:
- Mehrere Wochen zwischen Einstellung und Live-Onboarding
- Onboarding findet gebündelt alle 2-6 Wochen statt
- Lücke sollte geschlossen werden
- Persönlich und gleichzeitig ressourcenschonend
Innovative Lösung
Videoformat in einer Präsentation entwickelt. Eine Mitarbeitende führt durch eine Präsentation und stellt das Unternehmen vor. Die Präsentation enthält immer aktuelle Daten, die aktualisiert werden können, ohne dass die Moderation neu eingesprochen werden muss.
Beispiel 2: Bewerbungsmanagement
Problemstellung:
- Wiederholt ärgerliche Terminausfälle bei Vorstellungsgesprächen
- Bewerbende erschienen nicht oder sagten kurzfristig ab
- Verschwendung interner Ressourcen
Neue Lösung - Zweistufiges Verfahren:
- Zunächst 30-minütiges Teams-Gespräch
- Abklärung gegenseitiger Erwartungen und Grundvoraussetzungen
- Erst bei beiderseitigem Interesse: persönliches Vorstellungsgespräch
- Ergebnis: weniger Terminausfälle, besseres Matching
Beispiel 3: Interne Tutorial-Videos
Impuls aus der Verwaltung:
- Regelmäßige Rückfragen zur Nutzung von daarwin
- Entscheidung für eigene Tutorial-Videos
- Zentrale Funktionen anschaulich erklärt
- Direkt im Tool und jederzeit über Intranet abrufbar
- Ergebnis: Flexibles Lernen, weniger Rückfragen
Fazit & Ausblick
Wir haben Strukturen geschaffen, die uns trotz Wachstum beweglich halten. Wir gewinnen Vertrauen von Jugendämtern, die uns besonders herausfordernde Konstellationen anvertrauen.
Unsere Innovationswirkung
Wir bleiben für Fachkräfte attraktiv, weil sie spüren, dass ihre Ideen Wirkung entfalten. Und wir erweitern unser Profil – von Bildungsangeboten bis hin zu neuen Geschäftsfeldern – ohne unsere Wurzeln zu verlieren.
Innovation wirkt bei uns in alle Richtungen:
- Nach innen: Stärkt Motivation und Qualität
- Nach außen: Erhöht Zukunftsfähigkeit und Vertrauen
- Für Mitarbeitende: Schafft Gestaltungsräume und Entwicklungsmöglichkeiten
- Für Jugendämter: Bietet verlässliche, hochwertige Partnerschaft
- Für die Jugendhilfe: Bringt neue Impulse und Standards
Innovation ist für uns kein Selbstzweck, sondern immer verbunden mit unserem Grundauftrag: Wir schaffen Neues, weil es Menschen dient. Diese Verbindung von Praxisnähe und Gestaltungsfreude macht unsere Innovationsarbeit besonders.
Die kontinuierliche Auseinandersetzung mit neuen Entwicklungen, die Bereitschaft zum Lernen aus Fehlern und die systematische Einbindung aller Mitarbeitenden in Entwicklungsprozesse sind die Grundlagen unserer erfolgreichen Innovationskultur.
